Antwort an Fragen von blog36.de – Unabhängiger und nicht kommerzieller Fußballblog rund um den KSV Hessen Kassel

08. Februar 2017  Über mich

Antwort an Fragen von blog36.de – Unabhängiger und nicht kommerzieller Fußballblog rund um den KSV Hessen Kassel

 

 

 

1. Welche Bedeutung hat für Sie der KSV persönlich? Was ist ihr Bezug zum KSV / Welche Erfahrung haben Sie mit dem KSV?

Als Jemand, der seit den Kindertagen mit dem Amateurfußball in Kassel verbunden ist, hat der KSV Hessen Kassel für mich persönlich eine große Bedeutung. Als Traditionsverein ist der KSV für mich unser aller Verein in Kassel. In meiner aktiven Fußballerzeit war der KSV die heimliche und unerreichbare Liebe. Wie nahezu alle meiner Fußballkameraden hatte auch ich damals den Traum, eines Tages im Auestadion für den KSV spielen zu können – nun, bekanntlich wurde daraus nichts. Immerhin hat uns der Traum, KSV-Kicker zu sein, dazu verleitet, 1980 einen eigenen Fußballklub zu gründen. Ich bin Gründungsvorsitzender des Vereins FC Bosporus Kassel und kann für die meisten unserer Vereinsmitglieder sagen, dass unser Herz nicht nur für den FC Bosporus, sondern in gleicher Weise auch für den KSV Hessen Kassel schlägt. Bei jeder Niederlage leiden wir mit und bei jedem Sieg freuen wir uns doppelt.

 

2. Welchen Stellenwert hat für Sie der KSV in der Kasseler Kulturszene?

Meiner Ansicht nach wäre es nicht vermessen zu behaupten, dass KSV Hessen Kassel – mit all ihren Höhen und Tiefen – ein regionales (Fußball-)Kulturgut ist. Wie alle Kulturgüter, verdient der KSV die beste Pflege und Unterstützung. Natürlich ist es mir bewusst, dass Vereine und Clubs Imagepflege und Marketingarbeit betreiben müssen, aber als überzeugter Anhänger des Breitensports möchte ich den KSV mehr als Fußball und »Marke« begreifen. Das Verbindende und die integrative Kraft des Fußballs, ja des Sports überhaupt, darf nicht ins Vergessenheit geraten. KSV Hessen Kassel als Verein und unsere Spieler haben Vorbildcharakter – gerade für Kinder und Jugendliche. Ohne Frage, ich würde mich riesig freuen, wieder Profifußball in Kassel zu sehen, aber auch mit dem Profifußball wird die gesellschaftliche Verantwortung nicht weniger. Den Verein und die Spieler dabei zu unterstützen, ihnen zur Seite zu stehen, ist unsere gemeinsame Aufgabe. Die Pflege der regionalen Fußballkultur, die Förderung der Kinder- und Jugendfußballer*innen, gezielte Mitgliederwerbung und Öffnung der Vereinsstrukturen wären m. M. n. die beste Form, breite Unterstützung für den KSV zu generieren. In diesem Zusammenhang will ich Euren Anspruch, einen toleranten und weltoffenen KSV haben zu wollen, besonders unterstreichen. Euer entgegentreten gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Ausgrenzung jeglicher Art verdient höchste Anerkennung. Sinnvoll fände ich auch die Errichtung eines KSV-Museums bzw. einer ständigen KSV-Ausstellung. Gerade fußballbegeisterte Kinder- und Jugendliche sollten über die Geschichte des KSV den Verein kennen- und lieben lernen.

 

3. „Make Hessen Kassel great again!“ – Was kann die Stadt tun um den Verein zu unterstützen und was werden Sie als zukünftige_r OB tun?

Die Gründung eines Fanprojekts vor einigen Monaten und deren Absicherung mit finanziellen Mitteln der Stadt ist sehr erfreulich, was meines Erachtens etwas verspätet ist. Doch, lieber spät als nie. Ich erinnere an dieser Stelle mal daran, dass die ersten Fanprojekte in Deutschland schon Anfang der achtziger Jahre entstanden sind. Gut finde ich aber auch, dass die Vergabe und Vermietung des VIP-Raums wieder in städtischer Hand ist.

Eine direkte finanzielle Unterstützung des KSV durch die Stadt kann ich politisch nicht verantworten, da viele kleine Stadtteilvereine, die Kinder- und Jugendarbeit leisten und damit den Breitensport stärken, vielfach ebenso finanzielle Probleme haben. Doch die politischen Repräsentanten der Stadt können aber als Bindeglied zwischen dem Verein, der Stadtgesellschaft und insbesondere potentiellen Sponsor*innen fungieren. Das ist nicht nur machbar, sondern aus meiner Sicht dringend notwendig. Inwieweit ein Spielraum bei der Reduzierung der Stadionmiete besteht, kann ich nicht beurteilen. Es würde sich auf jeden Fall lohnen, dies zu prüfen. Falls ich als Oberbürgermeister der Stadt Kassel gewählt werden sollte, kann ich auf jeden Fall versprechen, mich für die Organisierung von Freundschaftsspielen mit den Fußballklubs unserer Partnerstädte einzusetzen. Solche Freundschaftsspiele würden nicht nur die eingeschlafenen Städtepartnerschaften wieder reaktivieren, sondern könnten durch die Eintrittsgelder zusätzliche Mittel für die Vereinskasse ermöglichen. Der »Hessenlöwe« als Stadionmagazin gehört nach meiner Meinung im Rathaus und den hiesigen Ämtern als Lektüre ausgelegt. So könnte die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins unterstützt und gleichzeitig die Verwaltung für die Probleme des Vereins sensibilisiert werden.

 

3,6.: Wahlen sind auch immer die Zeiten von Wahlgeschenken: Was bieten Sie der käuflichen Kasseler Fan-Szene um gewählt zu werden?

Ich hoffe inständig, dass die Fan-Szene in Kassel nicht käuflich ist – Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zu entscheiden, was richtig und wichtig ist, traue ich den Fans auf jeden Fall zu. Aber ich halte auch nichts von Wahlgeschenken, denn die Erledigung von notwendigen politischen Aufgaben im Sinne unserer Stadt und unserer Bevölkerung sind keine Geschenke, sondern Verpflichtung für die politisch Verantwortlichen.

Um gewählt zu werden, kann ich der Kasseler Fan-Szene nur mein Credo anbieten: Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann, aber ich halte garantiert, das was ich verspreche. Und mein Versprechen an die Fan-Szene ist: als Oberbürgermeister der Stadt Kassel werde ich stets an der Seite des KSV und seiner Fans sein und alles Mögliche tun, den Verein im Sinne Eures Anspruches zu stärken!

 

Ich hoffe, dass ich Eure Fragen zu genüge beantworten konnte. In der Anlage übersende ich noch ein Foto von mir, der auf Eurem Blog verwendet werden kann.

 

In der Hoffnung, dass unser KSV wieder aufsteigt und uns glücklich macht, verbleibe ich mit

 

rot-weißen Grüßen

Murat Cakir